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Konstanze Schleehauf, Dr. phil., Diplom-Pädagogin,
autorisiert für die Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd (DKThR)


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Selbstverständnis

Seit November 2012 bin ich nicht mehr in der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd (HFP) tätig.

Dieser Beitrag liefert daher einen Einblick in meine bis dahin praktizierte Arbeitsweise:

 

Der Schutzraum für die zu mir kommenden Kinder und die damit verbundenen Entfaltungsmöglichkeiten im Kontext des therapeutischen Reitens sowie die artgerechte Haltung der Pferde und Ponies haben für mich oberste Priorität.

Meine Arbeit, in Verwobenheit von Theorie und Praxis, ist geprägt durch selbstreflexive Beobachtung. Diese orientiert sich zum einen an dem Anspruch an meine Tätigkeit, zum anderen an meinem Forschungsinteresse, bestehende Strukturen zu reflektieren, um neue Wege im threrapeutischen Reiten zu erproben und diese zu dokumentieren.

Als Diplompädagogin mit der Zusatzqualifikation des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR) in der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd, kurz: HFP (vormals: Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten - HPVR) bin ich berechtigt, diese Berufsbezeichnungen/Qualifikationen für mich zu nutzen. Tatsächlich sehe ich diese Bezeichnung allerdings aus einem kritischen Blickwinkel:

Der Begriff der "Heilpädagogik" ist bekanntermaßen umstritten und wurde z.T. hauptsächlich aus theologischer Sicht, dann wieder einseitig medizinisch interpretiert. Allgemeiner gefasst, wird in der Heilpädagogik eine umfassende Betreuung von Menschen mit Behinderungen, Verhaltensauffälligkeiten und/oder in psychischen Problemsituationen durch gleichermaßen pädagogisch, psychologisch, pflegerisch und medizinisch geschulte Menschen gesehen (siehe auch Meinertz F., Kausen R., Klein F., "Heilpädagogik", 1987, S.14 ff). Durch die semantische Nähe des Wortes "heil" zu "ganz", dem gegenüber nur "zerbrochen" oder "halb" steht, und durch die Implikation, dass in der Heilpädagogik etwas geheilt, gekittet, rückgängig gemacht werden soll und kann, stehe ich diesem Begriff kritisch gegenüber.

Im Verständnis meiner pädagogisch/therapeutischen Praxis folge ich S. Kupper-Heilmann (1999), die sich sowohl der Problematik einer falsch verstandenen, lenkenden Pädagogik als auch jener einer eindeutigen Grenzziehung zwischen Pädagogik und Therapie im Kontext des Heilpädagogischen Reitens bewusst ist.

"...Aus diesem Grund bedeutet Entwicklungsförderung immer die Förderung der Eigenaktivität des Kindes, bzw. mit den Worten von Otto Speck (1989) nur "Förderung von Entwicklungsbedingungen". (...) Das Heilpädagogische Reiten in diesem Sinne scheint mir im Grenzbereich zwischen (heil-) pädagogischen und therapeutischen Maßnahmen auffindbar zu sein." (S. Kupper-Heilmann 1999, S.15)

In diesem Sinne definiere ich meine Arbeit als pädagogisch / therapeutische Arbeit mit dem Medium Pferd und hoffe, durch die verschiedenen Begrifflichkeiten alle Interessierten zur eigenständigen Reflexion anzuregen und nicht zu verwirren.

Meine Arbeit verstehe ich als Unterstützung für die zu mir kommenden Menschen in dem von ihnen selbst gewählten Rahmen. (Der ganzheitliche Aspekt in der Arbeit mit dem Pferd spricht häufig auch Menschen an, welche anderer Therapien überdrüssig sind, oder ihnen mit Misstrauen gegenüber stehen.) So bin ich bestrebt, die Inhalte meiner Arbeit nicht an sog. Defiziten zu orientieren, sondern sehe sie als Angebote für selbstbestimmte, ressourcenorientierte Erfahrungen und Entwicklungsschritte.

 

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