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Konstanze Schleehauf, Dr. phil., Diplom-Pädagogin,
autorisiert für die Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd (DKThR)


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Therapeutisches Reiten

Adam beim Spielen

ÜBERBLICK

  1. Die vier Fachrichtungen des Therapeutischen Reitens  
  2. Welche Kontraindikationen gibt es?  

HEILPÄDAGOGISCHE FÖRDERUNG MIT DEM PFERD

  1. Welche Themen können in der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd angesprochen werden?  
  2. Umsetzung der individuell festgelegten Inhalte  
  3. Wie sind die Durchführungsbedingungen zu sehen?  
  4. Unabdingbare Voraussetzungen  

FÖRDERMÖGLICHKEITEN

  1. Krankenkassen  
  2. Sozialämter  
  3. Jugendämter  

 

ÜBERBLICK

1. Die vier Fachrichtungen des Therapeutischen Reitens:

Umgangssprachlich wird häufig von "Reittherapie" gesprochen, wobei Menschen sehr unterschiedliche Themen und Bilder damit assoziieren. In der Fachsprache wird - anstelle des Begriffes der "Reittherapie" - der Begriff "Therapeutisches Reiten" gewählt. Dieses gliedert sich - im Sinne des Deutschen Kuratoriums für Therapeutisches Reiten (DKThR) - in vier Fachrichtungen:

  • Hippotherapie - als medizinisch/physiotherapeutische Interventionsform auf dem meist Schritt gehenden Pferd, durchgeführt von PhysiotherapeutInnen mit entsprechender Zusatzqualifikation.
  • Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd (HFP) - als pädagogisch/psychologisches Angebot, durchgeführt von pädagogisch/psychologisch ausgebildeten Menschen mit entsprechender Zusatzqualifikation. (Um psychotherapeutische Arbeit mit dem Medium Pferd von der (heil)pädagogischen Arbeit abzugrenzen, wählen manche PsychotherapeutInnen den Begriff der "Reittherapie" für ihre Tätigkeit. Dies macht die Begriffsverwirrung leider häufig komplett (s.o.). Verständlicher ist hier der Begriff "Psychotherapie mit dem Medium Pferd".)
  • Ergotherapie mit dem Medium Pferd - als oftmals ärztlich verordnet Hilfe, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einem Förderschwerpunkt in der Sensorische Integrationstherapie (SI). Die Therapie wird von ErgotherapeutInnen mit entsprechender Zusatzqualifikation durchgeführt.
  • Pferdesport für Menschen mit Behinderung - Hier sind grundlegende Ideen z.B. das soziale Miteinander, die Integration und Rehabilitation beim sportlichen und freizeitmäßigen Reiten, Voltigieren und Kutschieren für Menschen mit Behinderungen. Durchgeführt wird dieses Angebot von Reit- / Voltigier- und Fahrlehrkräften mit entsprechender Zusatzausbildung.

 

2. Welche Kontraindikationen gibt es?

Nach der Liste des Dt. Kuratoriums für Therapeutisches Reiten sollten vor Beginn einer jeden Maßnahme zumindest folgende Kontraindikationen ausgeschlossen werden:

  • floridale Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Morbus Scheuermann),
  • Multiple Sklerose im akuten Schub,
  • Skoliose 3.Grades,
  • Coxarthosiis deformans (bedingt),
  • kardiale Dekompensation und
  • Pferdehaarallergie.

 

HEILPÄDAGOGISCHE FÖRDERUNG MIT DEM PFERD (HFP)

1. Welche Themen können in der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd angesprochen werden?

Im Bereich der Sensomotorik ist zu sehen, dass der sog. "Erlebnisraum Pferd" alle Sinne eines Menschen ansprechen kann: Taktil, akustisch, olfaktorische (mit dem Geruchssinn), visuell wird das Pferd in seiner naturnahen Umgebung erlebt. Der Vestibulärsinn (Gleichgewichtssinn) wird schon beim freien Sitzen auf dem Pferd beständig gefordert, bzw. bei verschiedenen Spielen und Übungen - ebenso wie die Eigenwahrnehmung - in verschiedenen Dimensionen erlebt.

Im psychotherapeutischen Bereich kommen des weiteren die realen Eigenschaften des Pferdes ins Blickfeld zur Vermittlung bestimmter Werte und Handlungskompetenzen. Diese sind z.B. die Ruhe, Klarheit und das Durchsetzungsvermögen wodurch wir Menschen mit dem Herdentier Pferd in Kontakt kommen können.

Beziehungsmuster können neu erlebt werden, die aus Kommunikation, d.h. Austausch und Wechselseitigkeit bestehen.

All die bislang beschriebenen Themen können dazu beitragen, dass Selbstvertrauen und eine bewusstere Selbsteinschätzung erlangt werden.

Das Pferd steht auch als Symbol für Natur, gerade in unserer hochtechnisierten Welt. Durch die naturnahen Erlebnisräume bei den Pferden kann ein wohltuender Ausgleich geschaffen werden.

Im kognitiven Bereich kann die Arbeit mit dem Pferd Lernfelder erschließen. Im Idealfall wird so die Lernmotivation und Lernfähigkeit unterstützt. Das offene und zwanglose Erlebnis- und Lernfeld ermöglicht u.U. eine Verbesserung des Selbstbildes.

Im soziotherapeutischen Bereich kommen u.a. gruppendynamische Aktionen ins Blickfeld, wenn mit mehreren Menschen gearbeitet wird. So sind z.B. viele Spiele im Heilpädagogischen Voltigieren auf das Thema der Gruppendynamik ausgerichtet.

Partnerschaftliche Momente werden wichtig, etwa wenn mit dem Pferd Schwierigkeiten im Führparcours gemeistert werden. Aber auch zwischen den teilnehmenden Menschen kann dies angeregt werden, z.B. wenn jeweils ein Kind ein anderes auf dem Pferd führt und sie sich über den gemeinsamen Weg abstimmen müssen.

Der Aufbau von gegenseitigem Vertrauen und die Kooperation ist bei all diesen soziotherapeutischen Themen immer zentral.

 

2. Umgesetzt werden die individuell festgelegten Inhalte z.B. bei:

  • der Kontaktaufnahme zu den Pferden und Ponies,
  • Reitübungen, die vom Sich-tragen-lassen bis zum selbstständigen Reiten reichen können,
  • Körperarbeit am und auf dem Pferd,
  • Voltigierspielen und übungen,
  • dem Putzen und Pflegen der Tiere,
  • dem Führen der Pferde,
  • Spielen rund um´s Pferd,
  • Erlebnis- und theaterpädagogischen Elementen,
  • Rollenspiele mit dem Pferd,
  • Ausflügen in die Natur,
  • Teilnahme an Festen, Tunieren und kleinen Aufführungen.

 

3. Wie sind die Durchführungsbedingungen zu sehen?

Je nach Zielsetzung und Persönlichkeit der an der HFP teilnehmenden Menschen variiert

  • die Anzahl der TeilnehmerInnen (von Einzelmaßnahmen bis zu meist vier TeilnehmerInnen),
  • die Dauer (zwischen einer halben Stunde bis hin zu 90 Minuten oder für größere Aktionen ganze Tage),
  • die Anzahl von HelferInnen (oft wird mit PraktikantInnen zusammengearbeitet) und
  • die Anzahl der eingesetzten Pferde (für das Voltigieren meist ein Pferd für eine Kleingruppe, beim Reiten meist ein Pferd für ein bis zwei TeilnehmerInnen).

 

4. Unabdingbare Voraussetzungen sind:

  • die optimale Ausstattung der Anlage (z.B. gute Zugangsmöglicheiten für Menschen mit Rollstühlen),
  • gut geeignete und ausgebildete Therapiepferde, die durch natürliche Haltungsbedingungen (Offenstall) ein ausgeglichenes Temperament behalten können,
  • die fachspezifische Ausbildung der Hauptverantwortlichen sowie die entsprechende Schulung der HelferInnen und
  • eine angemessene Vor- und Nachbereitung jeder Einheit.

Gespräche mit Eltern, PädagogInnen, TherapeutInnen sind in die Planung und den Arbeitsverlauf zu integrieren.

 

FÖRDERMÖGLICHKEITEN

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass in Zeiten vieler Streichungen im sozialen Bereich auch die Zuschussmöglichkeiten für die HFP knapp bemessen sind. Dennoch sollte man es auf jeden Fall versuchen, eine Förderung von Krankenkassen, Jugend- oder Sozialämtern zu erwirken, wenn man selbst nicht in der Lage ist, für sich, sein Kind oder Mündel die notwendige Maßnahme zu finanzieren.

Gerne bin ich auch zu Gesprächen und Referaten auf den Ämtern bereit. Ebenso kann von zuständigen Sachbearbeitern ein "Vor-Ort-Termin" mit mir vereinbart werden.

 

1. Krankenkassen

Die Krankenkassen bezuschussen die HFP, wenn überhaupt, dann als

  • psychomotorische Übungsbehandlung oder als
  • sensomotorisches Funktionstraining oder als
  • psychomotorische Einzel-/ Gruppenförderung.

Um einen entsprechenden Antrag zu stellen, benötigen sie eine ärztliche Empfehlung (für einen der obigen Punkte) und eine gesundheitliche Unbedenklichkeitserklärung. Hiermit müssten Sie dann einen Antrag auf außertarifliche Kostenübernahme (für den Zeitraum eines halben Jahres) einreichen.

 

2. Sozialämter

Die Sozialämter haben theoretisch die Möglichkeit über das BSHG (Bundessozialhilfegesetz) über

  • Wiedereingliederungshilfe (§ 39 BSHG) oder
  • Ambulante Jugendhilfe (§ 40 BSHG)

Unterstützung zu gewähren. Hierfür wenden Sie sich bitte an den entsprechenden, für Sie zuständigen, Sachbearbeiter.

 

3. Jugendämter

Die Jugendämter haben die Möglichkeit über das KJHG (Kinder- und Jugendhilfegesetz) über

  • Intensive Einzelfallbetreuung (§ 35 KJHG) oder
  • Eingliederungshilfe für seelisch behinderte Kinder und Jugendliche, oder von seelischer Behinderung bedrohte Kinder und Jugendliche (§ 35 A KJHG) oder
  • Hilfen zur Erziehung /päd. und therap. Leistungen (§ 27 KJHG) oder als
  • soziale Gruppenarbeit (§ 29 KJHG)

Förderungen zu gewähren. Auch hier wenden Sie sich bitte an den für Sie zuständigen Sachbearbeiter.

Wenn Sie in Berlin oder Brandenburg eine Fachkraft für die Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd suchen, recherchieren Sie doch bitte auf folgender Seite unter "Therapeutisches Reiten", um ein passendes Angebot in ihrer Nähe zu finden:

 

 

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