Willkommen!

therapie-mit-pferden.de
Konstanze Schleehauf, Dr. phil., Diplom-Pädagogin,
autorisiert für die Heilpädagogische Förderung mit dem Pferd (DKThR)


E-Mail schicken
 

Literaturhinweise

ÜBERBLICK

  1. Persönliche Anmerkungen über die Literatur zu "Mädchen/Frauen und Pferde"  
  2. Literatur zum Themenkomplex "Mädchen/Frauen und Pferde" sowie zur jungenspezifischen Sicht im Kontext "Pferde/Reiten"  
  3. Persönliche Anmerkungen über die Literatur zum Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten  
  4. Literatur im Bereich Therapeutisches Reiten, Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten sowie Pferde / Reiten / Voltigieren allgemein  

 

 

I. Persönliche Anmerkungen über die Literatur zu "Mädchen/Frauen und Pferde"

Durch meine mädchenparteiliche Arbeit ist mir eine Abgrenzung zu Ansätzen wichtig, in denen Rollenklischees und gewalttätige Strukturen weiter festgeschrieben werden.

Im Kontext der Frauen / Mädchen-Pferde-Assoziation sollte es nicht darum gehen, alle Beispiele aufzuführen, in denen die verschiedenen Klischees dieser Assoziation unreflektiert und wie "nebenbei" ausgebreitet werden. Denn hier gibt es zahlreiche erziehungswissenschaftliche, soziologische und psychologische Beispiele, die unter Berufung auf ihre Disziplin Klischees reproduzieren: " ... Wenn also das Pferd bei Mädchen so beliebt ist, so hat das seinen Grund anscheinend in einer Kombination seiner *Männlichkeit* mit der Art der Haltung und der Bewegung auf seinem Rücken ..."(D. Morris, 1968, S.356 f). Oder: "Wahrscheinlich ist das mit dem Reiten verbundene Gefühl der Macht und Stärke als eine Art Ersatz für den nicht vorhandenen Penis aufzufassen, ein Gefühl, das wohl durch die erotische Stimulierung beim Reiten noch verstärkt wird" (T. Lidz, 1974, S. 384). Man könnte annehmen, dass derartige Analysen nunmehr ad acta gelegt wurden. Aber auch Lilli Herzig zitiert über 20 Jahre später in ihrer mit dem Werner-Kuprian-Preis 1996 ausgezeichneten Arbeit die beiden französischen Wissenschaftler Lubersac und Lallery kommentarlos mit ähnlichen Worten: "Die Position des Reitens stimuliert die erogenen Zonen" (Herzig in Kuprian, 2001, S. 104). Ebenso wenig reflektiert sie den Bezug von Lubersac und Lallery zu Siegmund Freud und dessen Bild von Sexualität (ebenda).

Vielmehr möchte ich jene Texte kritisch beleuchten, die sich selbst der pädagogischen, psychologischen oder soziologischen Aufarbeitung dieses Themas verschrieben haben.

Mit dieser Prämisse möchte ich Ihnen stichpunktartig einige Bücher und Texte vorstellen, die sich mit der Beziehung zwischen Mädchen / Frauen und Pferden beschäftigen:

  • Wie Meyer anführt, beschäftigte sich schon 1961 Zillig mit der psychologischen Dimension der Mädchen-Tier-Beziehung und deren vielfältigen Motiven: "Der Umgang mit Tieren kann für das Mädchen eine Fülle von Gefühls- und affektiven Erlebnissen verschiedener Art und verschiedenen Grades bedeuten" (Zillig, 1961, S. 169 zitiert nach Meyer, 1982, S. 98). Heinz Meyer selbst bezog Stellung zu verschiedenen Dimensionen, die in der Begegnung zwischen Mädchen und Pferden zum Tragen kommen können und wies in diesem Zusammenhang sogar auf mögliche "emanzipatorische" (Meyer, 1982, S. 96 und S. 98) Aspekte für die Mädchen hin. Lotte Rose zitierte Meyer 1991 nur mit einem der von ihm angeführten Aspekte der Mädchen-Pferd-Beziehung: dem "Hegen und Pflegen" (H. Meyer, 1982, zitiert nach Rose, 1991, S. 33). Er schreibt jedoch auch: "Das Reiten und der Umgang mit Pferden sind möglicherweise Bereiche, in denen die geschlechtsspezifischen Vorteile der Jungen nicht zur Geltung kommen beziehungsweise sich kompensieren lassen, in denen die Mädchen den Jungen sogar vielfach überlegen sind. Insofern kann das Reiten die Leistungsfähigkeit der Mädchen demonstrieren und ihr Selbstbewusstsein fördern" (H. Meyer, 1982, S. 96). Wenngleich in diesem Zitat die Tendenz zu einer emanzipatorischen Grundhaltung deutlich wird, die sich an Differenzen und somit an Dichotomien orientiert, so steht es dennoch auch als positives Dokument seiner Zeit für die Interessen der Mädchen.
  • In seinem 1999 erschienenen Buch "Frau und Pferd" unternimmt K. F. Hempfling durch Rückgriffe auf esoterische Erklärungsmuster den Versuch, die Begegnung zwischen Frauen und Pferden zu beleuchten. So spricht er z.B. von den "Urrätseln" und "Urquellen" und führt in seiner Beweisführung verschiedene von ihm genannte alte Kulturen, wie die Kelten und Indianer (z.B. S. 121) und "Heilslehren", wie die Numerologie (z.B. S. 209 ff und S. 281 ff), das I-Ging (z.B. S. 132), die Gnosis (z.B. S. 133 ff) an. Meines Erachtens droht sein Vorgehen, diese Begegnung aus realen gesellschaftlichen Zusammenhängen herauszunehmen. Dies geschieht einerseits mit verallgemeinernder Psychologisierung und zugleich mit Rückgriffen auf alte Weiblichkeitsstereotype, die sich durch das gesamte Buch ziehen und sich beispielhaft in folgendem Zitat verdeutlichen: "Wenn es darum geht, wie sich eine vor allem männlich geprägte Welt nach innen und nach außen hin gebärdet, dann richtet sich unser Blick auf Frau und Pferd in ihrer geheimnisvollen Gemeinsamkeit. Sie sind dann gleichsam so etwas wie die Offenbarung des Passiven in der Schöpfung, die das eine wie das andere tragen und er-tragen: in einer lichten Kultur eben den Schutz, in einer niedrigen, dunklen Kultur die Repression, die Qual, ja die Folter" (Hempfling, 1999, S. 43). (Vergleiche aber auch Hempfling, 1999, S. 84 ff und S. 33 ff.) Hempfling benutzt im Weiteren deutlich männliche Phantasiegebilde, die in der klischeehaften und ausgrenzenden Assoziation gewalttätig erscheinen: "Bleiben noch drei weitere Formen des Daseins als Frau außerhalb der gesellschaftlich abgezirkelten Norm." Hier nennt Hempfling zuerst die etwas älteren Jungfrauen und die Hexen, um dann wie folgt fortzufahren: "Der Vollständigkeit halber sei noch die letzte Gruppe erwähnt. Von der Hexe ist es nicht weit zur letzten Frauengemeinschaft, die ein mehr oder weniger geduldetes Dasein außerhalb der genormten Welt führte, darum aber auch zuweilen mit Privilegien der Selbstbestimmung und der Persönlichkeitsentwicklung ausgestattet war: die Prostituierten. Es sind dies die unverheirateten Frauen, die *heimlichen* und *peinlichen* Komplizinnen der Männer - hemmungsloser, beweglicher und lauter" (Hempfling, 1999, S. 38 - 39).
  • Mit der Bedeutung von Pferden für Mädchen konkret beschäftigen sich Prof. Dr. Euler und Dr. Adolph mit einer Studie, die an der FH Kassel in den Jahren 1992/93 im Auftrag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) begonnen wurde. Die Ergebnisse wurden unter anderem auch in populären Medien breit rezitiert (vergleiche ‘Der Tagesspiegel’ vom 11. Juli 1993, ‘Sonntag Aktuell’ vom 13. Juni 1993 und ‘taz’ vom 5. Januar 1994). Diese empirische Untersuchung stützt sich auf einen neunseitigen Fragebogen, der vorwiegend aus Einschätzskalen, aber auch mit vorgegebenen Kategorien zum Ankreuzen und insgesamt vier Fragen mit freien Antwortmöglichkeiten bestand. (Wobei nach eigener Angabe von Euler und Adolph zwei dieser frei zu beantwortenden Fragen (nach dem Aussehen und dem Wesen des eigenen oder des Lieblingspferdes) nur gestellt wurden, "um zur Teilnahme am Fragebogen zu motivieren" (Adolph und Euler, 1994, S. 47). In der Darstellung der Ergebnisse werden sie an einer Stelle zur Untermalung der quantitativen Bilanz zitiert (ebenda, S. 59). Zudem konzentrieren sich die ForscherInnen in der Auswahl ihrer Hypothesen, den Fragestellungen und in der Auswertung ihrer Forschungsergebnisse gleichermaßen auf den Aspekt der Beziehung und Bindung der Mädchen zu Pferden: Bei neun von dreizehn Punkten werden Bezüge im Kontext von Beziehung und Bindung angeführt. (Diese sind: "Perspektive einer lebenszeitlichen Bindung an das Pferd" (Adolph und Euler, 1994, S. 51 ff), "Idealisierung des Pferdes" (ebenda, S. 54 ff), "Einzigartigkeit und Gegenseitigkeit der Beziehung zum Pferd" (ebenda, S. 57 ff), "Unersetzbarkeit des Pferdes" (ebenda, S. 60 ), "Stellung des Pferdes in der Bindungshierarchie" (ebenda, S. 60 ff), "Vermittlung von Sicherheit, Geborgenheit und Angstfreiheit durch das Pferd" (ebenda, S. 64 f), "Existentielle Wichtigkeit des Pferdes" (ebenda, S. 66 ff), "Nähe zum Pferd" (ebenda, S. 70 f).) Adolph und Euler führen selbst an, dass sie die dreizehn Hypothesen insbesondere aus der Bindungstheorie nach Bowlby entwickelten. (Siehe bei Adolph und Euler, 1994, S. 42.) Erwartungsgemäß bestätigten sich in der Untersuchung die zuvor angelegten Hypothesen: "Die zentrale These der Faszination von Pferden als Bindungsphänomen kann in den Ergebnissen wiederholt bestätigt werden" (ebenda, S. 92). Erforscht wurde nur das, was zuvor erwartet wurde. Die Chance, die freien Aussagen der Mädchen in qualitativer Hinsicht auszuwerten, wurde nicht genutzt. Die Ausrichtung der quantitativen Forschung war von vornherein auf die Ausgangsthese begrenzt und ließ keinen Spielraum für anderweitige Ergebnisse. Des weiteren sollte gesehen werden, dass Adolph und Euler den Aspekt der Bindung zum Pferd demjenigen zu (undifferenzierten) Jungen und Männern gegenüberstellen. Sie schreiben: "Andere Mädchen im gleichen Alter mit weniger naturbezogenen Interessen haben andere Bindungsobjekte als ihre reitenden Altersgenossinnen, wie z.B. Popstars, Schauspieler, Lehrer, den Jungen aus der 11. Klasse. Diese oft belächelten Schwärmereien werden von den Mädchen durchaus als ernsthafte Liebe empfunden, und sie projizieren alle idealen Eigenschaften in ihren Traumpartner. (...) Auf der Ebene des Bindungssystems ist dies alles vergleichbar mit der Pferdeliebe junger Reiterinnen." (Adolph und Euler, 1994, S. 87). In den unveröffentlichten Vorüberlegungen schrieb Euler noch: "Das Pferd trägt die Reiterin. (Der Mann trägt die Frau nur als Bräutigam über die Schwelle des Hauses)" (Euler, ohne Jahr, S. 5). Und: "Das Pferd erträgt widerspruchslos eine Bindungslösung, wenn das Mädchen später das Interesse am Reiten verliert, weil es jetzt vielleicht bereit ist für eine heterosexuelle Bindung an einen Mann" (ebenda, S. 6). Eine solche Sicht verfestigt in erster Linie weibliche sowie heterosexuelle Rollenklischees. Sie greift zu kurz und negiert vielfältige und emanzipatorische Aspekte. Auch zu der geringen Anzahl von Jungen in Pferdeställen stellen Euler und Adolph Überlegungen an: "... die Interessen von Jungen im entsprechenden Alter sind völlig anders als die der Mädchen: Sie tragen Ringkämpfe aus, üben sich in sportlichen Disziplinen und Mutproben, sitzen stundenlang am Computer und arbeiten an Kenntnissen, die für ihren späteren Lebenserfolg bedeutsam sein können." (Adolph und Euler, 1994, S. 88). Hier wird die Dichotomie männlich / weiblich nicht nur reproduziert, sondern in klischeehafter Weise festgeschrieben. Denn vereinfacht wird hierbei ausgedrückt: Jungen arbeiten an ihrem Lebenserfolg, während Mädchen ihren jeweiligen Schwärmereien nachgehen. So stabilisieren Euler und Adolph die Strukturen, die unter mädchenparteilichen Ansätzen aufgebrochen werden können.
  • Eine weitere Arbeit liegt von Wagemann und Schönhammer vor: "Mädchen und Pferde, Psychologie einer Jugendliebe" (1994). In dieser Arbeit geht es einmal um die Darstellung einer "lebensgeschichtlichen Perspektive" (ebenda, S. 2), die mit Hilfe von "Befragungen (Interviews, Gruppendiskussion, Aufsätze, Fragebögen mit offenen Fragen)" (ebenda, S. 122) herausgearbeitet wurde. Des Weiteren wurden Medien analysiert, "die den Pferdephantasien Nahrung geben" (ebenda, S. 2) und schließlich ging es um einen Versuch einer psychologischen Deutung der Beziehung von Mädchen zu Pferden. In dieser wird zwar der Herrschaftsaspekt deutlicher als in der Arbeit von Euler und Adolph, jedoch als Anleihe und nicht als ‘Selbst-Mächtigkeit’. "Für die Pferdeliebhaberinnen verwandelt sich Empathie vom Korrelat weiblicher Schwäche zur Ressource für eine Steigerung des Selbstwertgefühls, oder anders gesagt, gewährt der Einsatz traditionell weiblicher Attribute wie Fürsorge und Empathie die Teilhabe an traditionell männlichen ‘Privilegien’ wie Unabhängigkeit und Stärke. Das bedeutet nichts weniger als die mädchenhafte Überwindung der Mädchenrolle." (Wagemann und Schönhammer, 1994, S. 108 f) Demgegenüber sehe ich, dass, wer mit einem Pferd arbeiten möchte, eine ranghöhere Position einnehmen muss. Diese setzt sich sinnvoll aus umsichtigen Überlegungen und der eindeutigen Vermittlung von klaren Entscheidungen und Anweisungen zusammen. Die hieraus entstehende Machtposition als ranghöheres Wesen und die sich daraus ergebende notwendige Reflexion von Gefühlen wie Macht und Ohnmacht, Aggression und Frustration sind meines Erachtens Chancen innerhalb der mädchenparteilichen Arbeit. In den von mir geführten Interviews wurde deutlich, dass den Mädchen der Aspekt der Umsichtigkeit sehr wohl bewusst ist, weniger jedoch der Machtaspekt. Erst durch eine solche Bewusstmachung der eigenen Stärke können Mädchen ihrer Unabhängigkeit näher kommen, anstelle der Reduzierung auf "mädchenhafte" Strategien, welche ihnen eine "Teilhabe" an "Unabhängigkeit und Stärke" (s.o.) ermöglichen soll.
  • Die Arbeit "Frauen und Pferde” von Wegner und Steinmaier (1998) konzentriert sich auf den geschichtlichen Hintergrund. Die Autorinnen arbeiten den ur- und frühgeschichtlichen Ursprung der Frau-Pferd-Beziehung auf (Wegner, Steinmaier, 1998, S. 49 ff) beginnend bei den Amazonen, reitenden, fahrenden, häufig kämpfenden, aber auch z.B. Polo spielenden Frauen im alten Orient und im klassischen Altertum (ebenda, S.64 ff.) bis in die heutige Zeit mit einem breiten Spektrum von Aktivitäten. Eine psychologische Deutung wird in diesem Buch nicht vorgenommen, der Leserin wird es auf mir sehr angenehme Art selbst überlassen ihre Überlegungen anzustellen.
  • 1987 trat dann erstmals Angelika König, mit den von ihr entwickelten mädchenparteilichen Arbeitsansätzen an die Öffentlichkeit, die sie in einem Aufsatz (König, 1987) vorstellte. Hier, wie auch in dem 1995 erschienen Text, skizziert sie vielfältige Aspekte in der Mädchen-Pferd-Begegnung. Es gelingt ihr, diese Vielfalt in einer mit einem Videofilm verbundenen qualitativen Forschungsarbeit aufzufächern. Angelika König versteht diese Arbeit - die in den Jahren 1989 bis `93 entstand – als eine Forschung von unten: Es kommen zwölf Mädchen / junge Frauen zu Wort, "... die den bedeutsamsten Teil ihrer Freizeit im Alter zwischen 8 - 15 Jahren mit Reiten und Ponypflege verbracht haben, im Durchschnitt etwa 5 - 6 Jahre oder länger. Sie repräsentieren die erste Generation der Ponypflegerinnen der Weddinger (ein Stadtteil Berlins, welcher als "sozialer Brennpunkt" gilt - Anm. K. Sch.) Kinderfarm, die ich in Intensivinterviews im Nachhinein über ihre Erfahrungen während ihrer Pony- und Reitzeit befragt habe. Sie sind heute zwischen 19 und 26 Jahre alt, einige verheiratet, einige haben inzwischen eigene Kinder, einige sind immer noch aktive Reiterinnen. Kernstück des Films sind Ausschnitte aus insgesamt 12 Stunden Interview auf Video, ergänzt und illustriert durch Videoaufnahmen aus dem Pflege- und Reitalltag derselben Mädchen, die über einen Zeitraum von fünf Jahren regelmäßig von mir aufgenommen wurden" (König, 1995, S. 165 f). Angelika König greift die vielfältigen Momente in der Begegnung von Mädchen und Pferden in ihren Thesen auf: Sie benennt die Wichtigkeit der Pferdepflege ebenso wie das Erleben von Macht und Lust auf Abenteuer. Die Aspekte Beziehung und Bindung stehen gleichbedeutend neben denen der Ich-Stärkung und Selbstbehauptung. Auch diese Arbeit kommt nicht ohne die Dichotomie von "weiblichen" versus "männlichen" Rollenaspekten aus. Dies sollte jedoch im historischen Kontext der mädchenparteilichen Arbeit verstanden werden, da der Film zur Zeit der Betonung von "Differenzen" und der Idealisierung vermeintlich weiblicher Eigenschaften entstanden ist. Die Texte von Angelika König unterscheiden sich für mich auf sehr positive Weise deutlich von anderen stärker quantitativ oder literaturanalytisch angelegten Untersuchungen, die zeitlich parallel entstanden.
  • Von Richter und Talmatzky erschien in "Freiheit erfahren - Grenzen erkennen" (Hrsg. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten, 1995/II, S. 62 ff) eine Zusammenfassung ihrer Diplomarbeiten. Beide Autorinnen betonen die Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit verinnerlichten Geschlechterstereotypen. Sie beziehen dies konkret auf die feministische, psychotherapeutische Arbeit mit dem Medium Pferd. Hierbei gehen sie in aller Kürze auf einige der möglichen Verirrungen ein: So thematisieren sie unter anderem die mögliche Funktionalisierung des Pferdes zur Rechtfertigung von Rollenzuweisungen: "Beispielsweise wird bei ähnlichem Verhalten ein Hengst als potent, stolz und eigenwillig angesehen, eine Stute dagegen als zickig, rossig und hysterisch" (ebenda, S. 65). Sie sprechen offene und versteckte Therapieziele wie die Entwicklung von Autonomie und Unabhängigkeit (ebenda, S. 66) an und kritisieren die darin enthaltene Polarisierung von vermeintlich männlichen und weiblichen Eigenschaften. Sie sind somit die einzigen mir bekannten Autorinnen, die einer Analyse ihrer mädchenparteilichen Standpunkte auch im Zusammenhang dekonstruierender Ansätze gerecht werden.
  • Die Bücher von Pierson (2001) und Midkiff (2002) würde ich im populärwissenschaftlichen, wenig wissenschaftlich fundierten Spektrum einordnen. Sie zeichnen sich leider nicht nur durch ihre eingängige Darstellungsweise aus, sondern sind beide für die deutschsprachigen Ausgaben mit einem Schutzumschlag versehen, auf dem eine mit Shorts, beziehungsweise kurzem Kleid angezogene, barfüßige Frau, mit wehendem Haar auf einem Pferd durch die Fluten galoppiert. Alles in allem eine gleichsam sexistische wie auch unrealistische Darstellung: Das feuchte, durchsichtige Kleid der Frau bei Pierson ( 2001) stellt einen eindeutig sexualisierten Bezug her. Das Reiten im Sattel ohne schützende Beinbekleidung ist allein durch die Schnallen am Sattel schmerzhaft und alles andere als zwanglos (ebenda). Hinzu kommt, dass das Reiten ohne Kopfschutz und fehlendes stabiles Schuhwerk bei jeglicher Begegnung mit Pferden in meinen Augen ein unpraktikables, hohes Sicherheitsrisiko darstellt (ebenda).

Praktikerinnen wie Rita Schodder-Strube und Anne Christoph haben vereinzelte Artikel veröffentlicht, ebenso die Wissenschaftlerin Lotte Rose. Hinweise auf einige Texte von ihr finden Sie ebenso wie einige, mir bekannte Diplom- und Hausarbeiten in nachstehender Literaturliste.

 

II. Literatur zum Themenkomplex "Mädchen/Frauen und Pferde" sowie zur jungenspezifischen Sicht im Kontext "Pferde/Reiten"

  1. Adolph, H. und Euler, H. E.: Warum Mädchen und Frauen reiten - eine empirische Untersuchung, in: Prof. Dr. P. Kaul und Dr. K. W. Zimmermann (Hg.): Psychomotorik in Forschung und Praxis - Band 19, Kassel 1994
  2. Block K., Bönigk C.: ´Mädchen(t)raum: Pferdewelt´ Überlegungen zur geschlechtsspezifischen Aneignung eines Sozialraumes unter besonderer Berücksichtigung der Sozialisation von Mädchen, bislang unveröffentlichte Diplomarbeit, Kassel 1997
  3. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Freiheit erfahren - Grenzen erkennen. Über die Integration von Polaritäten mit Hilfe des Pferdes." Warendorf 1995
  4. Donna Lotta, Zeitung zur Mädchenarbeit in Niedersachsen, Niedersächsisches Modellprojekt Mädchen in der Jugendarbeit, Heft 5, Juni 1995, S. 3 - 5 und S. 14 - 15.
  5. Eikelen van, N.: Aspekte einer jungenspezifischen, pferdegestützten Psychotherapie im klientenzentrierten Verfahren - eine empirische Untersuchung, bislang unveröffentlichte Diplomarbeit am Fachbereich 12 (Psychologie), Freie Universität Berlin, Berlin Januar 2000
  6. Euler H.: Pferde als Bindungsfigur" Script, Gesamthochschule Kassel 1992
  7. Fähler A.: Entwicklung im Galopp !? Die Beziehung zum Pferd als Möglichkeit zur Bearbeitung jugendspezifischer Entwicklungsaufgaben bei Mädchen." unveröffentlichte Diplomarbeit, Nürnberg 1993
  8. Gilles Ch., Krücken-Pasch G.: Das Schönste ist das Kribbeln im Bauch. Abenteuersport mit Mädchen in der Offenen Jugendarbeit in "Sozialmagazin - Die Zeitschrift für soziale Arbeit", Heft 1/ 18. Jahrgang, Januar 1993
  9. Gohl, Ch.: Powerbook für Mädchen und Pferd, Stuttgart 1997
  10. Hempfling: K.: Frau und Pferd, Stuttgart 1999
  11. König, A.: Mädchen und Ponys - zwischen Anpassung und Widerstand - eine weibliche Form der Konfliktlösung? in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Freiheit erfahren - Grenzen erkennen. Über die Integration von Polaritäten mit Hilfe des Pferdes, Warendorf 1995/II, S. 165 ff
  12. König A.: Mädchen + Ponys, aus "Frauen und Schule. Zeitschrift für Mädchen- und Frauenbildung", 6.Jahrgang, August 1987
  13. Lassonczyk, I., Steinbach, J.: Chancen und Grenzen der pädagogischen Arbeit mit dem Medium Pferd als Angebot in einer halbstationären Einrichtung für schuldistanzierte Jungen im Grundschulalter, bislang unveröffentlichte Diplomarbeit am FB 02 Erziehungswissenschaften/Sozialpädagogik, TU Berlin, Berlin 2002
  14. Midkiff, M. D.: Die ohne Flügel fliegen. Frauen und Pferde - eine besondere Freundschaft, München 2002
  15. Papke, A.: Martina - Eine psychologische Psychotherapie mit einer Jugendlichen unter Einsatz des Mediums Pferd, bislang unveröffentlichte Falldokumentation zur Erlangung des Abschlusses in der Weiterbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin, Institut für Psychologische Psychotherapie, Berlin 1993
  16. Pierson, M.: Frauen und Pferde - Eine Leidenschaft, Hamburg 2001
  17. Rakel H.: Weiterleben mit dem Inzest. Therapeutisches Reiten als begleitende körperorientierte Interventionsform für Mädchen und Frauen mit intrafamiliärer, sexueller Gewalterfahrung" Diplomarbeit FH Köln WS 91/92
  18. Rauch K.: Heilpädagogisches Reiten als sozialpädagogische Arbeit mit verhaltensauffälligen Mädchen - Eine empirische Erhebung.", bislang unveröffentlichte Diplomarbeit, FU-Berlin 1997
  19. Richter, U und Schleehauf, K.: Theorie und Praxis der mädchenparteilichen Arbeit mit dem Medium Pferd, in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hg.): Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten - Spezielle Aufgabenfelder, Warendorf 2005, S. 52 ff (Dieser Text hat ein umfangreiches Kapitel zu praktischen Aktionen mit indirektem Bezug zu den Pferden.) *
  20. Richter, U und Schleehauf, K.: Theorie und Praxis der mädchenparteilichen Arbeit mit dem Medium Pferd, in: S. Hanneder (Hrsg.): Mensch und Pferd - Neue Aspekte einer alten Beziehung, Berlin 2002, Band I, S.257 - 273
  21. Richter, U. und Talmatzky, M.: Freiheit und Grenzen des Umgangs mit Pferden in der Psychotherapie für Mädchen und Frauen, in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Freiheit erfahren - Grenzen erkennen. Über die Integration von Polaritäten mit Hilfe des Pferdes, Warendorf 1995/II, S. 62 ff
  22. Richter U.: ´Grenzen reitend überwinden?´ Die Bedeutung von Pferden für den Subjektwerdungsprozeß von adoleszenten Mädchen." bislang unveröffentlichte Diplomarbeit, FU-Berlin 1994
  23. Rose L.: Abenteuersport und Mädchenarbeit in "Abenteuer Sport" - Heft der Sportjugend im Landessportbund Berlin e.V., Berlin 1993
  24. Rose L.: Die Liebe der Mädchen zum Pferdesport" Marburg, 1991,in Becker P., Rose L. (Hrsg.), "Weiblicher Körper und Sport", Marburg, unveröffentlicht
  25. Rose L.: Mädchen wollen was erleben in "Sozialmagazin - Die Zeitschrift für soziale Arbeit", Heft 1/ 18. Jahrgang, Januar 1993
  26. Schleehauf, K.: Identität innerhalb des Beziehungsdreiecks im HPVR: Vielfalt oder Dichotomie?, in: S. Hanneder (Hrsg.): Mensch und Pferd - Neue Aspekte einer alten Beziehung, Band II, Berlin 2003 *
  27. Schleehauf, K: Aspekte der Vielfalt in der pädagogisch / therapeutischen Arbeit mit dem Medium Pferd, ausgezeichnet mit dem Werner-Kuprian-Preis im Jahre 2004, Berlin 2004 II
  28. Schleehauf, K: Vielfalt in der pädagogisch / therapeutischen Arbeit mit dem Medium Pferd, Text zur Preisvergabe, in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Therapeutisches Reiten, Bielefeld Juli 2004 (III), S.12 - 15 *
  29. Schleehauf, K.: Mädchenparteiliche Arbeit mit Pferden - Ein Vergleich von Theorie und Praxis am Beispiel eines Erlebnis- und Heilpädagogisch orientierten Projektes, Hausarbeit im Rahmen des Lehrgangs für Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren, des Dt. Kuratoriums für Therapeutisches Reiten, Köln, Febr. 1996
  30. Schleehauf, K.: ´So leidenschaftlich so richtig´ Die besondere Bedeutung des Pferdes für Mädchen, Diplomarbeit TU-Berlin, Dez. 1993
  31. Wagenmann S., Schönhammer R.: Mädchen und Pferde - Psychologie einer Jugendliebe, Berlin und München1994
  32. Wegner B., Steinmaier H.: Von Frauen und Pferden, Königsstein / Taunus 1998

 

III. Persönliche Anmerkungen über die Literatur zum Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten

Das Angebot an Literatur zur pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit dem Medium Pferd nimmt einen relativ breiten, aber noch überschaubaren Rahmen ein.

Durch die kulturgeschichtliche Wandlung des Pferdes vom Arbeitspferd und Schlachtross hin zum Partner in Sport und Freizeit kam es zu einer Verschiebung der am Pferd interessierten Bevölkerungsgruppen. In der Folge wandten sich auch verstärkt PsychologInnen, SoziologInnen und ErziehungswissenschaftlerInnen den mit dieser Mensch-Tier-Beziehung verbundenen Möglichkeiten zu.

Das Selbstverständnis dieser Fachkräfte ist in mancher Hinsicht verknüpft mit der jeweilig angestrebten oder abgeschlossenen Zusatzausbildung im weitesten Zusammenhang der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit dem Medium Pferd. So stelle ich im Folgenden die von mir betrachteten Veröffentlichungen im Zusammenhang der jeweiligen Ausbildung vor.

1970 gründete sich das Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten, kurz: DKThR. Seine Zielsetzungen entwickelten sich bald gleichermaßen im Bereich der Ausbildung von Fachkräften wie auch in der wissenschaftlichen und qualitativen Weiterentwicklung der drei Bereiche des Therapeutischen Reitens. So gibt das DKThR eine viermal im Jahr erscheinende Verbandszeitschrift heraus, welche ein breites Spektrum an Fachartikeln aufzuweisen hat. In unregelmäßiger Folge erscheinen zudem Sammlungen dieser und anderer Aufsätze in Sonderheften zu den einzelnen Fachgebieten.

Im Namen der Stiftung von Werner Kuprian lobt das DKThR seit 1994 im zweijährigen Rhythmus einen Förderpreis "für eine hervorragende wissenschaftlich-literarische Arbeit" (Kuprian, 2001, S. 5) aus. Neun dieser solchermaßen ausgezeichneten Arbeiten wurden im Jahr 2001 als Sammelband herausgegeben. Fünf davon gehören zu den Fachgebieten von Psychotherapie und Pädagogik.

Des Weiteren möchte ich auf zwei Publikationen hinweisen, die ich aufgrund ihrer VerfasserInnen und / oder HerausgeberInnen mit dem DKThR verbunden sehe: Zum einen das erstmals 1997 erschienen und 2005 in überarbeiteter Fassung neu aufgelegte Buch von Kröger (Hrsg.): Partnerschaftlich miteinander umgehen. Zum zweiten ein Buch, das schon im Untertitel einen Verknüpfung benennt, die in der kollegialen Praxis nicht immer einfach ist: Getragenwerden und Einflussnehmen - Aus der Praxis des psychoanalytisch orientierten heilpädagogischen Reitens, von Kupper - Heilmann (1999).

Im Zusammenhang mit der in der Einleitung beschriebenen Bildung psychotherapeutisch orientierter Arbeitsgruppen innerhalb des DKThR kam es 1989 zur ersten Fachtagung mit dem Thema "Therapeutisches Reiten in der Psychiatrie". 1992 entstand die Arbeitsgruppe "Die Arbeit mit dem Pferd in Psychiatrie und Psychotherapie" mit regelmäßigen Arbeitstagungen und einer internationalen Fachtagung im Jahre 1995.

In diesem Kontext erschienen in den letzten Jahren weitere Publikationen: Anlässlich der erwähnten Internationalen Fachtagung 1995 wurde der Tagungsband: Freiheit erfahren - Grenzen erkennen (Warendorf, 1995) publiziert. Ein Jahr darauf veranstaltete das Österreichische Kuratorium ein Fortbildungsseminar zum Einsatz des Pferdes in Psychiatrie und Psychotherapie und gab hierzu ein Kompendium heraus (Wien, 1996). In diesem wird, ebenso wie in dem 1994 erschienenen Kompendium der 2. interdisziplinären Arbeitstagung des DKThR, "die Bedeutung der Pferdes in den verschiedenen therapeutischen und pädagogischen Schulen" (DKThR, 1994/II) erörtert. (Thematisiert wird z.B. die Rolle des Pferdes aus verhaltenstherapeutischer Sicht (Kaiser), aus analytischer Sicht (Krohne), in der Psychologischen Psychotherapie (Papke), aus systemischer Sicht (Strausfeld), in der Psychomotorik (Schulz), Therapeutisches Reiten aus der Sicht der Bioenergetik / Biodynamik (Mehlem) sowie die Verbindung zur Arbeit von Moshe Feldenkrais (Vits) und zur Gestalttherapie (Wecker-Gutmann).)

Einen eigenen Weg zeichnet Michaela Scheidhacker in ihrem Buch: "Ich träumte von einem weisen Schimmel, der mir den Weg zeigte ..." - Erste Schritte zum Aufbau der Münchner Schule für Psychotherapeutisches Reiten (München, ohne Jahr).

In den Jahren, die seit der Gründung des DKThR vergangen sind, entstanden weitere Organisationen, die sich der Ausbildung von Fachkräften verschrieben. (Eine gute Übersicht der momentan im deutschsprachigen Raum bestehenden Ausbildungsanbieter bietet die Diplomarbeit von Schröter; 2003. Veröffentlichungen, die aus Kreisen der vielfältigen, hier nicht genannten Ausbildungen kommen, sind mir jedoch nicht bekannt (ausgenommen die AutorInnen in den genannten Büchern von Gäng).) Nicht zuletzt sei an dieser Stelle die 1985 ins Leben gerufene Schweizerische Vereinigung für Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren (SV-HPR) genannt. Ihre Mitbegründerin Marianne Gäng ist gleichzeitig Herausgeberin von inzwischen vier Standardwerken im Kontext der pädagogisch-therapeutischen Arbeit mit dem Medium Pferd. Sie vereinen eine Vielzahl von AutorInnen ganz unterschiedlicher Grundausbildung und Ausrichtung, womit sie eine breite Palette von pädagogischen und therapeutischen Ansätzen wiedergeben.

Armgard Schörle absolvierte ihre Grundausbildung beim SV-HPR. Sie ist zudem ausgebildet in der Psychodrama-Gruppentherapie mit Kindern. Aus der Verknüpfung dieser beiden Bereiche entstand ihr praxisnahes Buch: Pferdeträume (2000). Auch hier wird mit vielen Beispielen und in zahlreichen Facetten der von ihr entwickelte Arbeitsansatz vorgestellt.

Über den Rahmen von Dachverbänden hinaus wurde 1993 der Förderverein Mensch und Tier e.V. gegründet. Im Verständnis seines Anliegens "interdisziplinäre Kooperationszusammenhänge zur Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung zu entwickeln und zu fördern" (Hanneder, 2002, S. 19) wurde - beginnend mit dem Sommersemester 2001 - eine Vortragsreihe ins Leben gerufen. Durch die Kooperation mit dem "Pferdeprojekt" der Freien Universität Berlin wurde die Sammlung der Vorträge unter dem Titel: Mensch und Pferd - Neue Aspekte einer alten Beziehung I und II (Hanneder 2002 und 2003) möglich.

Bei vielen der angeführten Bücher handelt es sich um Textsammlungen unterschiedlicher AutorInnen. Meist beziehen sie sich auf die Darstellung von Arbeitsansätzen, z.B.

  • bezüglich des Einsatzes der Pferde (wie z.B. die Grundlagen pädagogisch-therapeutischer Arbeit mit dem Medium Pferd oder die Einbeziehung verschiedenartiger Körper- und Bodenarbeit),
  • bezüglich der teilnehmenden Menschen (wie z.B. Kinder mit Auffälligkeiten in der Bewegung, Kindern mit der Diagnose ADS oder ADHS, Menschen in der Psychiatrie, Kinder und Jugendliche mit Autismus-Syndrom oder Menschen in der Drogenrehabilitation),
  • bezüglich definierter Zielsetzungen (wie z.B. Sprachentwicklung, Psychomotorik / sensorische Integration oder soziales Training),
  • bezüglich der Zusammenhangsarbeit (wie z.B. die Elternarbeit oder eine Förderdiagnostik),
  • bezüglich Projektideen (wie zu einem großen Teil in Gäng 2001 und Schörle 2000),
  • bezüglich der Herangehensweise (wie z.B. die "sachorientierte Partnerschaft" nach Kröger und Schulz oder die Einbeziehung des Familiensystems),
  • in diesem Zusammenhang wird auch die Relevanz der pädagogischen oder therapeutischen Ausbildung deutlich (Dies wurde z.B. in DKThR 1994/II und in Österreichisches Kuratorium für Therapeutisches Reiten 1996 klar herausgearbeitet.)

 

IV. Literatur im Bereich Therapeutisches Reiten, Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten sowie Pferde / Reiten / Voltigieren allgemein

  1. Aktionskreis Psychomotorik e.V. (Hrsg.): motorik - Zeitschrift für Motopädagogik und Mototherapie, Schwerpunktheft: Ein pädagogisches Medium: Das bewegende Pferd, Lemgo, Juni 1997
  2. Bakaric, G., Mönning, P. und Willems, K.: Die Pferde - Werkstatt, Mülheim an der Ruhr 2001
  3. Barth, H. u.a.: Psychologische Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen unter Einsatz des Mediums Pferd, Pferdeprojekt, Berlin 1995
  4. Baum, M.: Das Pferd als Symbol, Frankfurt am Main 1991
  5. Bruns, U. (Hrsg.): Freizeit im Sattel - Fachzeitschrift fürs Freizeitreiten, Bonn
  6. Bruns, U.: Mit Pferden richtig umgehen, München 1982
  7. Bruns, U.: Reiten ohne Angst? Gefahren kennen und erkennen, Recklinghausen 1991
  8. Bruns, U., Tellington-Jones, L.: Die Tellington-Methode: So erzieht man sein Pferd, CH -Cham 1993
  9. Borbe, C.: Dokumentation auf der Verhaltensebene, in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Verbandszeitschrift Therapeutisches Reiten, Warendorf Heft 1/2000
  10. Deutsche Reiterliche Vereinigung (Hrsg.): Jugendarbeit und Anfängerunterricht im Reitverein, Warendorf, 1995
  11. Deutsche Reiterliche Vereinigung (Hrsg.): "Breitensport" Voltigieren, Warendorf 1994
  12. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Verbandszeitschrift Therapeutisches Reiten, Warendorf
  13. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Informationsblätter für Ärzte, PhysiotherapeutInnen, PädagogInnen und PsychologInnen sowie zum Thema "Sport für Behinderte". Sie sind zu beziehen über das Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. in Warendorf.
  14. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hg.): Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten - Spezielle Aufgabenfelder, Warendorf 2005
  15. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Sonderheft des DKThR: Hippotherapie - 2. überarbeitete Neuauflage, Warendorf 2004
  16. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hg.): Pferde für Körper und Seele. Therapeutisches Reiten, Videofilm, Warendorf, 2003
  17. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hg.): Hippotherapie, Warendorf 1996
  18. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Freiheit erfahren - Grenzen erkennen. Über die Integration von Polaritäten mit Hilfe des Pferdes, Warendorf 1995/II
  19. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Sonderheft 1995, Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten, Warendorf 1995/I
  20. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Die Bedeutung des Pferdes in den verschiedenen therapeutischen und pädagogischen Schulen, Warendorf 1994/II
  21. Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Sonderheft 1994, Die Arbeit mit dem Pferd in Psychiatrie und Psychotherapie, Warendorf 1994/I
  22. Dietze, S. von: Balance in der Bewegung, Warendorf 1994
  23. Fachgruppe Arbeit mit dem Pferd in der Psychotherapie (FAPP) und Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. (DKThR): Psychotherapie mit dem Pferd, Beiträge aus der Praxis, Warendorf 2005
  24. Gäng, M. (Hrsg.): Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren, München, Basel 1990
  25. Gäng, M. (Hrsg.): Ausbildung und Praxisfelder im Heilpädagogischen Reiten und Voltigieren, München 1995
  26. Gäng, M. (Hrsg.): Erlebnispädagogik mit dem Pferd, München und Basel 2001
  27. Gäng, M. (Hrsg.): Reittherapie, München und Basel 2003
  28. Gast, U., Rüsing-Brüggemann B.: Voltigieren lernen / lehren, Warendorf 1991
  29. Gohl, Ch.: Entspannt Reiten. Weniger Streß im Umgang mit Pferden, Stuttgart 1992
  30. Hänel, K.: Therapeutisches Reiten in der Traumaarbeit, bislang unveröffentlichte Hausarbeit im Rahmen der Ausbildung zum HPVR des DKThR, o. O. 2001
  31. Hanneder, S. (Hrsg.): Mensch und Pferd - Neue Aspekte einer alten Beziehung, Band II, Berlin 2003
  32. Hanneder, S. (Hrsg.): Mensch und Pferd - Neue Aspekte einer alten Beziehung, Band I, Berlin 2002
  33. Hanneder, S.: Beobachtung von Bewältigungsstrategien sozial und schulisch auffälliger Kinder in einer komplexen, sozial-interaktiven Problemlösesituation im Rahmen einer Psychotherapie mit dem Medium Pferd, bislang unveröffentlichte Diplomarbeit, Institut für Psychologie der FU-Berlin Februar 1994
  34. Hölscher-Regener, R.: Aspekte selbständiger beruflicher Existenz im Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten, Reader zu beziehen bei Hölscher-Regener, Leierweg 24, 44137 Dortmund, Stand 2003
  35. Kaune, W.: Das Heilpädagogische Voltigieren und Reiten mit geistig behinderten Menschen, Warendorf 1993
  36. Kröger, A. (Hrsg.): Partnerschaftlich miteinander umgehen, Warendorf 2005
  37. Künzle, U.: Hippotherapie, Berlin, Heidelberg, New York 2000
  38. Kupper-Heilmann, S.: Getragenwerden und Einflußnehmen, Gießen 1999
  39. Kuprian, W. (Hrsg.): Therapeutisches Reiten 2001 - Ausgewählte Beiträge zum Werner-Kuprian-Preis des DKThR e.V. 1994 - 2000, Darmstadt 2001
  40. Körner, J.: Bruder Hund & Schwester Katze, Köln 1996
  41. Kupper-Heilmann, S.: Getragenwerden und Einflußnehmen, Gießen 1999
  42. Lange, E. und Schulz, A.: Robin Hood - Theaterspielen mit Kindern und Pferden, ohne Jahr, zu beziehen beim Reit- und Therapiezentrum Botzalaer / Route des Trois Bornes 54 / B - 4851 Gemmenich.
  43. Marreck, C.: Reiten für geistig Behinderte, Bonn 1982
  44. Mc Cormick, M. D., von Rüst Mc Cormick, A.: Pferde als Heiler, München 2000
  45. Meyer, H.: Mensch und Pferd. Zur Kultursoziologie einer Mensch-Tier-Assoziation, Hildesheim 1975
  46. Meyer, H.: Das Erlebnis Reiten. Psychologie und Soziologie des Reitens, Köln 1982
  47. Meyer, H.: Mensch und Pferd. Zur Kultursoziologie einer Mensch-Tier-Assoziation, Hildesheim 1975
  48. Österreichisches Kuratorium für Therapeutisches Reiten: Der Einsatz des Pferdes in Psychiatrie und Psychotherapie, Wien 1996
  49. Penquitt, N.: Pferdeschule - Zauber der Verständigung, Stuttgart 1996
  50. Pietrzak, I. M.: Kinder mit Pferden stark machen, Lüneburg 2001
  51. Scheidhacker, M.: "Ich träumte von einem weisen Schimmel, der mir den Weg zeigte ..." - Erste Schritte zum Aufbau der Münchner Schule für Psychotherapeutisches Reiten, München, ohne Jahr (vermutlich 1998)
  52. Scheidhacker, M.: Psychotherapie und Reiten, in: DKThR Verbandzeitschrift, Warendorf 2 / 2003
  53. Schleehauf, K.: Pädagogik versus Therapie? in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Therapeutisches Reiten, Bielefeld Januar 2004 (I), S.10 - 15*
  54. Schleehauf, K.: Therapeutisches Reiten in Reitvereinen, in: Reiten und Zucht in Berlin-Brandenburg, Juli 2001, S. 32 *
  55. Schleehauf, K.: Theaterarbeit mit Pferden. Auch für Kinder mit schwerer und / oder mehrfacher Behinderung ein besonderes Erlebnis! in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Therapeutisches Reiten, Bielefeld Januar 2001, S.17 - 20 *
  56. Schleehauf, K.: Variationen im Heilpädagogischen Voltigieren und Reiten: Die wetterabhängige Arbeit, in: Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten (Hrsg.): Therapeutisches Reiten, Bielefeld Januar 2000, S.11 ff *
  57. Schörle, A.: Pferdeträume, Heilpädagogische Ansätze im Reitunterricht mit Kindern, Nagold 2000
  58. Schröter, C.: Fortbildungsangebote im Bereich Heilpädagogisches Voltigieren und Reiten, unveröffentlichte Diplomarbeit, Jena 2003
  59. Swift, S.: Reiten aus der Körpermitte, Pferd und Reiter im Gleichgewicht, Zürich 1989
  60. Tellington-Jones, L., Taylor, S.: Der neue Weg im Umgang mit Tieren, Stuttgart 1993
  61. Tellington-Jones, L.: Die Persönlichkeit ihres Pferdes, Stuttgart 1995
  62. Tellington-Jones, L., Pabel, A., Pabel, H.: Die Linda Tellington-Jones Reitschule, Stuttgart 1996

 

__________________________________